Artikel veröffentlicht am Freitag, 22.05.2015

Die SPD Bergneustadt ruft die Landtagsfraktion der NRW SPD auf dem Gesetzesantrag der Elterninitative "G9 jetzt NRW" zuzustimmen

Der Vorstand der SPD Bergneustadt ruft die Landtagsabgeordneten der SPD-Fraktion auf, dem Gesetzesantrag der Volksinitiative „Abitur nach 13 Jahren am Gymnasium: Mehr Zeit für gute Bildung“ zuzustimmen. Die Elterninitiative hatte landesweit mehr als 100000 Unterschriften gesammelt, folglich muss sich der Landtag mit dem Anliegen befassen. Hierbei wissen die Elternvertreter die Mehrheit der Bevölkerung auf ihrer Seite. In Umfragen sprechen sich regelmäßig bis zu 75 Prozent für eine Rückkehr zu einem Abitur nach neun Jahren aus.

Seit gut 10 Jahren wird an der Schulzeitverkürzung G8 an Gymnasien herum reformiert, jedoch lassen sich keine Fortschritte erkennen. Die grüne Bildungsministerin hatte als Antwort auf den Frust an den Gymnasien zwar zu einem sogenannten „runden Tisch“ eingeladen, es ließ sich aber feststellen, dass die Ergebnisse faktisch vorher feststanden, da Kritiker des Turboabiturs offenbar gezielt unterrepräsentiert waren und sich die Ministerin immer wieder für die Beibehaltung des Turboabiturs ausgesprochen hatte. Als Ergebnis sollen nun Lehrpläne „entschlackt“ oder „entrümpelt“ und Schüler „entlastet“ werden, indem beispielsweise die Vergabe von Hausaufgaben systematisch beschränkt wird und bisher gelehrter Lernstoff vereinfacht wird oder schlicht entfällt. Beide Reformideen unterstellen damit implizit der Bildungspolitik vor G8 gewissermaßen eine kollektive Böswilligkeit, da ja offensichtlich vielfach unnützer Stoff gelehrt und massenhaft sinnlose Hausaufgaben aufgegeben worden waren. Wenn die Landesregierung nun tatsächlich immer noch vom G8-Abitur überzeugt ist, sollte sie es auch an Gesamtschulen einführen, denn ansonsten bleibt das Turboabitur eine einseitige und offenbar politisch gewollte Benachteiligung der Gymnasien.

Die Belastung der Schüler durch das Turboabitur ist zwar das am intensivsten diskutierte Problem, leider wird das schwerwiegendere Problem ignoriert: Das Abitur in NRW wird weiter erheblich an Wert verlieren, da das Bildungsniveau systematisch gesenkt wird. Dies ist kaum überraschend, da es mittlerweile leider herrschende Meinung zu sein scheint, dass nur Abiturienten einen erfolgreichen Lebensweg beschreiten können und man daher eine Abiturientenquote von mehr als 50 Prozent brauche. Ein Abitur, dass nur ein Drittel eines Jahrgangs besteht, ist jedoch nicht qualitativ geleichwertig mit einem Abitur, dass die Hälfte eines Jahrgangs besteht.

Von einer Hochschulreife, die zu einem Studium befähigt und nicht nur berechtigt, wird daher in unserem Bundesland bald kaum noch eine Rede sein dürfen. Die Ministerin verweist bei der gerade geäußerten Kritik gerne auf die Noten, die im Rahmen der Abiturprüfungen erzielt werden. Leider wird verschwiegen, dass mittlerweile gezielt Druck auf Schulleitungen und auf die Lehrkräfte ausgeübt wird, gefälligst gute Noten zu verteilen. Scheitern Schüler am Lerntempo, haben einfach die Lehrkräfte versagt, da sie nicht genug gefördert haben. So einfach macht sich die Bildungspolitik das Fakt ist jedoch, dass Abiturienten aus NRW trotz Traumnoten zu häufig an der Realität an Universitäten und  Hochschulen scheitern. Die Zahl der Spitzenabiturienten mit einem Abiturschnitt von 1,0 hat sich zwar seit Einführung von G8 in NRW im Jahr 2005 verdreifacht und die durchschnittliche Abiturnote ist von 2,67 auf 2,51 gestiegen, jedoch hat das Land NRW nicht nur die besten Abiturienten, sondern gleichzeitig auch bundesweit mit die höchsten Zahlen an Studenten, die vorzeitig ein Studium ohne Abschluss abbrechen. Die Ursachen für einen Studienabbruch sind zwar vielfältig, jedoch gehört Leistungsdruck zu den meistgenannten Gründen. Es bringt also nichts ein Abitur massenhaft zu vergeben, obwohl das Leistungsvermögen für den eigentlichen Zweck, nämlich den erfolgreichen Abschluss eines Studiums, gar nicht vorhanden ist. Gleichzeitig ist die Nachfrage nach Ausbildungsplätzen deutlich gesunken. Für ein Land wie NRW mit einem hohen Anteil an produzierendem Gewerbe und Handwerksbetrieben und einem hohen Bedarf an Facharbeitern führt dies mittelfristig in eine Bildungskatastrophe.

Die Verkürzung der Schulzeit auf acht Jahre bis zum Abitur ist gescheitert und hat negative Entwicklungen verursacht, die dringend korrigiert werden müssen. Das Problem einer gescheiterten Reform lässt sich einfach lösen: Man nimmt die Reform zurück. Wir als Vorstand SPD Bergneustadt fordern daher eine Rückkehr zu einem Abitur nach neun Jahren am Gymnasium und appellieren an unsere Landtagsfraktion, den Gesetzesantrag der Elterninitiative für Kinderrecht „G9 jetzt NRW“ zu unterstützen.

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