Artikel veröffentlicht am Donnerstag, 21.07.2011

Der rastlose Präsident - Friedhelm Julius Beucher wird heute 65 Jahre alt

So viel auf Achse war er zuletzt als Berufspolitiker. Als Vorsitzender des Bundestags-Sportausschusses jettete Friedhelm-Julius Beucher schon viel in der Weltgeschichte herum. Seit zwei Jahren ist der Bergneustädter Präsident des Deutschen Behinderten-Sportverbandes (DBS) - eine Aufgabe, die es in sich hat. Fünf bis sechs Tage pro Woche ist er unterwegs, "ein recht exzessives Ehrenamt", wie Beucher zugibt. Heute wird der Präsident 65, und für diesen Tag hat ihm seine Frau Hanne striktes Terminverbot erteilt.
Friedhelm Julius Beucher
Dabei scheint die Aufgabe des DBS-Präsidenten dem umtriebigen Beucher auf den Leib geschneidert zu sein. Morgens mit dem Flieger nach Berlin zur DBS-Vorstandssitzung und einem Treffen mit dem Bundesinnenminister, nachmittags nach München, um dort nach einem weiteren Meeting mit Kati Witt, Franz Beckenbauer und all den anderen Protagonisten der Olympiabewerbung Garmisch-Partenkirchens nach Südafrika zu düsen - langweilig ist die Aufgabe des Präsidenten gewiss nicht; und sie ist auch nicht die einzige des nunmehr 65-Jährigen.

Vorsitzender der SPD in Kreis und seiner Heimatstadt Bergneustadt, zwölf Jahre im Bundestag, etliche Jahre im Landesvorstand seiner Partei - von den meisten seiner politischen Ämter hat sich Beucher längst zurückgezogen. Im Kreistag gehört er heute zu den stillen Vertretern, für den Job als Vorsitzender der Bergneustädter Ortspartei sucht er bislang erfolglos einen Nachfolger. Seit den Anfängen vor über 25 Jahren ist Beucher Vorsitzender des Bergneustädter Arbeitslosenprojektes "Vereins für soziale Dienste".

Seit seiner Pensionierung als Grundschulrektor 2009 sind es nun die Geschicke des deutschen Behindertensports, die Beucher fast vollständig in Beschlag nehmen. In diesen zwei Jahren sind 106 000 neue Mitglieder dem DBS beigetreten, der mit jetzt 574 000 Mitgliedern der größte Behindertensportverband der Welt ist.

Im Vorfeld der Behinderten-Olympiade in Vancouver hatte Beucher, der dort als Chef des Deutschen Hauses amtierte, mit den TV-Anstalten tägliche Übertragungen der Wettkämpfe vereinbaren können - damals "ein Quantensprung" (Beucher), heute Standard.

Erste engere Kontakte zum Behindertensport bekam Beucher 1992 bei den Paralympics in Barcelona durch einen anderen Oberberger: den Gaderother Tischtennisspieler Rainer Schmidt. Der mehrfach behinderte Spitzensportler hat damals schon vorgelebt, was Beucher in seinem neuem Amt zur Maxime erkoren hat und in jeder seiner Ansprachen fordert: Nicht Mitleid für die gehandikapten Sportler, sondern Respekt. Nicht die Krümel vom Tisch des großen Sports, sondern auf Augenhöhe mit ihm am Tisch sitzen. Ein Stück weit hat er das erreicht. "Es ist schön, dass die Veränderungen greifen", sagt Beucher hörbar zufrieden.

Trotzdem: Der Dauereinsatz für den DBS wird Beucher zu viel: "Da muss ich was ändern." Auch mit Rücksicht auf seine Familie. Als IOC-Präsident Jacques Rogge in Durban bekannt gab, dass nicht Garmisch, sondern Pyeongchang 2018 Austragungsort der Winterspiele sein wird, waren alle geknickt - nur Beuchers Familie nicht. "Mama hat gewonnen" stand in der SMS, die Tochter Heike dem Vater nach Südafrika schickte. Beide ahnten, was andernfalls auf sie zugekommen wäre: Beucher bis 2018 im ehrenamtlichen Sieben-Tage-Einsatz.

Herzlichen Glückwunsch und alles Gute wünscht die SPD Bergneustadt.

Quelle: Kölnische Rundschau vom 21.07.2011, Harald Knoop

Mehr Aktuelles:
Mehr Aktuelles:
SPD-Ortsverein Bergneustadt       Hauptstraße 56a       51702 Bergneustadt       Telefon: 02261 41300       Telefax: 02261 49996       E-Mail: info@spd-bergneustadt.de