Artikel veröffentlicht am Donnerstag, 24.11.2011

SPD Bergneustadt im Zittauer Gebirge

Seit Jahren führt die SPD Bergneustadt im Oktober eine Kulturfahrt durch. Als diesjähriges Ziel hatte Vorsitzender Friedhelm Julius Beucher das Zittauer Gebirge ausgesucht. Erhard Dösseler hatte die Reise wie immer bestens vorbereitet und wusste zu dem mehrfach die 45 Teilnehmer mit seinen ausgezeichneten Fremdenführerkenntnissen zu überraschen. 
SPD Bergneustadt im Zittauer Gebirge
Graf Nikolaus von Zinzendorf bot Anfang des 18. Jahrhunderts den vertriebenen Protestanten aus Böhmen und Mähren auf seinen Ländereien in der Lausitz Asyl. In Herrnhut, dem ersten Ziel der Bergneustädter, schufen sich die "Exulanten" eine neue Heimat. Einzigartig ist der schlichte Friedhof mit den einfachen Steintafeln. Noch heute trägt dieser Ort den Namen Gottesacker. Derzeit liegt dieses weltweit einmaliges Begräbnisstätte ein Antrag auf Aufnahme als Weltkulturerbe vor. 

Die wechselvolle Geschichte Zittaus wurde bei einem Stadtrundgang erläutert. Interessant das von Schinkel entworfene Rathaus, das italienisches Aussehen zeigt. Beeindruckend das riesige Hungertuch, landläufig auch Schmachtlappen genannt, das in der Heilig-Kreuz-Kirche gezeigt wird. Beim Besuch in der Felsenstadt Oybin mit der eigenartig gebauten Bergkirche, überragt von dem ehemaligen Kloster und der Burgruine wirkte die wildromantische Landschaft auf die Besucher. Hier endet auch die Schmalspurbahn, die aus Zittau kommend durchs Gebirge herandampft. Reiseteilnehmer Bernard Portier aus Chatenay-Malabry sang bei einer Andacht in der Bergkirche ein liturgisches Solo.

Das Kloster St. Marienthal, direkt an der Neisse gelegen, leidet noch unter den Folgen das Jahrhunderthochwasser des vergangenen Jahres, wie die Bergneustädter erkennen mussten. Malerisch und einladend liegt es im tief eingeschnittenen Tal der Neisse direkt an der schlesischen Grenze. Ein Dorf mit 260 Umgebindehäusern, die besondere Fachwerkbauform in der Lausitz, ist der Denkmalort Obercunnersdorf, eines der schönsten Dörfer Deutschlands. Im Schunkelhaus trugen die Neustädter Originale Gerda Rippel und Horst Kowalski in Neustädter Mundart und zur Freude der Mitreisenden Geschichten vor. Die Wirtsleute im Gasthof Kretscham überraschten die Besucher mit Liedvorträgen aus der Lausitz.

Den Abschluss boten Stadtrundfahrt und Stadtrundgang in Görlitz, einer Stadt mit über 4000 Baudenkmälern. Kurze Abstecher  nach Dresden und Eisenach während der Rückfahrt rundeten die neuen, hervorragenden Eindrücke nachhaltig ab.

In der Feste angekommen, lagen fast 1.500 erlebnisreiche Kilometer hinter der Reisegruppe der Neustädter SPD.

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