Artikel veröffentlicht am Mittwoch, 05.11.2014

SPD Bergneustadt sammelt 500 Unterschriften für das Abitur nach 9 Jahren

Unterschriftenaktion G9

Dieter Kuxdorf von der SPD Bergneustadt überreicht Bürgermeister Holberg die Unterschriftenlisten zur Prüfung

 

Der Ortsverein der SPD Bergneustadt hat mittlerweile über 500 Unterschriften für die Wiedereinführung des Abiturs nach 9 Jahren an Gymnasien gesammelt und unterstützt so die Volksinitiative „Abitur nach 13 Jahren an Gymnasien: Mehr Zeit für gute Bildung“ der Elterninitiative G9-jetzt-in-NRW.

 

Der Ortsverein reagierte jetzt mit großer Enttäuschung auf die Ergebnisse des sogenannten „runden Tisches“ der grünen Bildungsministerin Löhrmann.  „Wir lehnen das Abitur nach acht Jahren weiter ab, denn der runde Tisch hat keine nennenswerten Verbesserungen für die Schülerinnen und Schüler am Gymnasium gebracht. Dies ist auch nicht überraschend, da Kritiker des Turbo-Abiturs von Anfang an deutlich unterrepräsentiert waren. Das Bildungsministerium wollte offenbar so sicherstellen, dass eine scheinbar neue Legitimation des Turbo-Abiturs auch nicht gefährdet wurde“ sagte der stellvertretende Ortsvereinsvorsitzende Daniel Grütz.

 

Die Verbesserungen, die seitens des Ministeriums derzeit gepriesen werden wie, z.B. die Begrenzung auf zwei Klassenarbeiten pro Woche und des Verbots der Hausaufgabenvergabe an einem langen Schultag für den Folgetag sind bereits geltende Erlasslage und Schulpraxis. Entweder ist sich das Ministerium über die eigenen Erlasse nicht im Klaren oder Informationen werden bewusst verzerrt, um den Bürgern eine Lösung des G8-Problems vorzugaukeln.

 

Wenn das Bildungsministerium ferner regelmäßig verkündet, dass als Antwort auf das G8-Chaos lediglich die Lehrpläne „entrümpelt“ werden müssen, wird deutlich, wie das Turbo-Abitur künftig entschärft werden soll. Das Bildungsniveau wird in NRW weiter deutlich sinken. Es ist bislang nämlich nicht schlüssig gelungen, aufzuzeigen, welchen Stoff man offenbar Schülerinnen und Schülern in NRW jahrelang unnützerweise beigebracht haben soll. Darf man unter Bildungsgerechtigkeit wirklich verstehen, dass immer mehr Kinder ein Turbo-Abitur machen, aber trotz immensem Lernstress gleichzeitig immer weniger fundiert lernen und auf der anderen Seite praktische Berufe händeringend nach Auszubildenden suchen?

 

Die SPD-Bergneustadt, die sich auch mit einem entsprechenden Antrag an die Landes-SPD gewandt hat, fragt, ob sie dieser bildungspolitischer Weg tatsächlich gegangen werden soll.

 

Faktisch wird sich die Situation an den Gymnasien nicht entschärfen. Es mag der aktuellen Bildungspolitik passen oder nicht: Die Mehrheit der Eltern, Schüler und Lehrer in NRW wollen das Gymnasium behalten. Die Ministerin kann daher so oft die Gesamtschule als G9-Alternative anbieten wie sie will, für einen Großteil der Elternschaft ist diese Schule schlicht keine Option. Den Preis für die bildungspolitische Sturheit weiter am Turbo-Abitur festzuhalten, müssen die Schülerinnen und Schüler zahlen. Die Verantwortung einer sozialdemokratisch geführten Landesregierung muss es jedoch sein, die Bedürfnisse der Schüler und Eltern endlich ernst zu nehmen und das Abitur nach neun Jahren auch Gymnasien grundsätzlich wieder zu erlauben.

 

Der Ortsverein wird auch weiter die Elterninitiativen unterstützen, die sich für kindgerechtes Lernen im Rahmen eines Abiturs nach neun Jahren an Gymnasien einsetzen.

 

 

 

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